Mittwoch, 25. April 2018 | 10:14

Vier wesentliche Entwicklungen in der weltweiten Mitarbeitermobilität für Jahr 2018

Crown World Mobility hat sein aktuelles White Paper «Global Mobility Trends 2018» veröffentlicht.

Das Doppelverdiener-Modell, bei dem beide Partner einer Beschäftigung nachgehen, ist ebenfalls ein weltweiter Trend, der sich über viele Kulturen und Geografien erstreckt.
Das Doppelverdiener-Modell, bei dem beide Partner einer Beschäftigung nachgehen, ist ebenfalls ein weltweiter Trend, der sich über viele Kulturen und Geografien erstreckt.

Es bezieht sich auf ein Jahr, das einerseits durch globales Wirtschaftswachstum charakterisiert ist, aber auch durch geopolitische Unsicherheit. Das Weltwirtschaftsforum in Davos benannte seine diesjährige Konferenz etwa «Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrütteten Welt». DieBloomberg Business Weektitelte in ihrer Neujahrsausgabe: «Der Weltwirtschaft geht es gut (bis jemand Dummheiten macht)».

 

Darüber, ob sich jemand dumm verhalten hat, gibt es vier Monate später sicher verschiedene Ansichten. Tatsache ist, dass Diskontinuität heute Teil des Geschäftslebens ist und infolgedessen auch die globale Mitarbeitermobilität einem ständigen Wandel unterliegt. Dies zeigen auch die Trends 2018 - die innovatives Denken und kreative Lösungen in der sich rasant entwickelnden Branche hervorbringen sollten. Wir sehen einen zunehmend reiferen Markt, der sich stärker denn je an globalen Strategien für das Mitarbeitermanagement und die Geschäftsführung orientiert.

 

Das auf Entsendungsmanagement spezialisierte Unternehmen Crown World Mobility hat hierzu die folgenden vier Themen näher betrachtet:

 

1. Die veränderte Rolle des begleitenden Partners

In 2018 müssen wir die Definition des «begleitenden Partners» erweitern: Da der Begriff des «mitreisenden Ehepartners» mehr als ein Jahrzehnt alt ist, wissen wir, dass der begleitende Partner heute häufiger selbst eine statt keine eigene Karriere verfolgt. Wir wissen auch, dass dieser Partner nicht zwingend eine Frau oder der Ehepartner sein muss und dass die demografische Gruppe der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften unter den entsendeten Mitarbeitern immer grösser wird.

 

Das Doppelverdiener-Modell, bei dem beide Partner einer Beschäftigung nachgehen, ist ebenfalls ein weltweiter Trend, der sich über viele Kulturen und Geografien erstreckt. Mitarbeiter, die über internationale Entsendungen oder Transfers entscheiden müssen, müssen dabei häufig auch die Karriere ihres Partners berücksichtigen. Dies bedeutet auch, dass nicht nur eine emotionale, sondern auch eine wirtschaftliche Entscheidung getroffen wird: Es entfällt möglicherweise eine wichtige Einnahmequelle. Für Unternehmen stellt dies eine Herausforderung bei der Mobilität ihrer besten Talente dar.

 

Das Szenario der getrennten Familie ist ein Ergebnis des Doppelverdiener-Trends; der Mitarbeiter akzeptiert die Entsendung, während seine Familie am Heimatort bleibt. Diese Option wird häufig auch von gleichgeschlechtlichen Paaren gewählt, aus folgenden Gründen:

 

  • Der Beruf des Partners/der Partnerin lässt eine Abwesenheit nicht zu.
  • Gleichgeschlechtliche Paare sind im Gastland nicht sicher.
  • Die Einwanderungsgesetze erlauben keinen legalen Zuzug des Partners.
  • Das Doppelverdiener Konzept erläutert auch, warum die Anzahl entsandter Frauen im Vergleich mit den männlichen Kollegen weiterhin gering ist, insbesondere auf höherer und mittlerer Führungsebene.

 

Die Unternehmen müssen nach Lösungen suchen, angefangen bei einer vermehrten Unterstützung des mitgereisten Partners (einschliesslich Berufsberatung am neuen Standort) über interkulturelles Training, Arbeitsmöglichkeiten vor Ort bis hin zu einer besseren Vernetzung durch den Einsatz von sozialen Medien. Zudem sollten Entsendungspolitik und Unternehmenskommunikation so überarbeitet werden, dass sichergestellt ist, dass sich die angebotene Unterstützung nicht nur an mitgereiste Partner/-innen richtet.

 

2. Smart Mobility im Kommen

Zwei Themen beherrschen den Smart Mobility-Trend: Der Zuwachs von Daten mitsamt deren Auswertung und innovative Technologien.

 

Für Unternehmen, die bereits Daten speichern, ist die Nutzung dieser Informationen umso interessanter. Die verfügbaren Global Mobility Technologien bieten ihnen die Möglichkeit, durch die Analyse von Daten auf leichtem Wege eine neue Ebene zu beschreiten. Die Ausrichtung der kreativen Datenanalyse wird heute durch die Kultur und die Prioritäten eines Unternehmens sowie den Hintergrund und die Kompetenzen des Global Mobility Managers bestimmt.

 

Folgende Bereiche werden unter anderem wichtig:


  • die Produktivität des entsandten Mitarbeiters nach Ankunft im Gastland gegenüber der Produktivität vor der Entsendung, durch die vom Arbeitgeber bereitgestellte Unterstützung
  • das Geschlecht der Entsandten nach Region gegenüber dem Prozentsatz der entsandten weiblichen Fachkräfte und der zukünftigen Leadership-Pipelinedaten
  • die Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten gegenüber den Kosten für einmalige Transfers im Rahmen einer globalen Beschaffungsstrategie
  • Transparenz im Hinblick auf die Ansprechpartner und die vom Mitarbeiter angeforderten Informationen zur Gestaltung effizienter Prozesse

 

Intelligente Mitarbeiterentsendungen werden auch durch einschlägige, schnelllebige Technologien zur Unterstützung von im Ausland eingesetzten Mitarbeitern und ihren Familien vorangetrieben. Anbieter von temporärem Wohnraum, Immobilienunternehmen, Settling-in Services und Sprachtraining - in all diesen Bereichen schreitet die Technologisierung schnell voran, um Erlebnisse und Leistungen nach Kundenwunsch anzupassen oder auf Abruf gezielte Informationen bereitzustellen. ePacking, elektronische Unterschriften und virtuelle Hausbegehungen gibt es schon jetzt. Chatbots werden zukünftig zum Mitarbeitererlebnis bei der Unterstützung internationaler Entsendungen gehören, insbesondere bei der Programmwahl und FAQs.

 

Das Unternehmen Carnival Corporation brachte vor Kurzem ein Wearable heraus, das seine Kreuzfahrtgäste digital mit Dienstleistungen, Aktivitäten und Annehmlichkeiten verbindet - und damit ein vollkommen individuelles Kundenerlebnis schafft. Es sind bereits Wearables mit Sichtfeldanzeige im Gespräch, die beispielsweise  beim Spazierengehen im Ausland Schilder übersetzen können. Bereits eingesetzte Technologien für die Gesichts- und Fingerabdruckerkennung werden zukünftig auch mobile Zahlungsmöglichkeiten für die Umzugskosten umfassen.

 

3. Mehr mitarbeiterseitig veranlasste Entsendungen

Einer aktuellen Crown Studie zufolge setzen mehr als die Hälfte (52 %) aller Unternehmen heute Programme für mitarbeiterseitig veranlasste Transfers ein.

 

Man arbeitet zudem an kostengünstigen, einfach konzipierten Entsendungsarten, die Berufsanfängern die Möglichkeit bieten, über kurze Zeiträume internationale Erfahrung zu sammeln. Diese «Abenteuereinsätze» werden immer beliebter. In erster Linie wird damit eine Anpassung der globalen Mitarbeitermobilität an Talentstrategien bezweckt. Diese Strategien reagieren auf die wachsende Anzahl von Millennial-Mitarbeitern, die es ins Ausland zieht. Unternehmen, die diese mitarbeiterseitig veranlassten Programme einsetzen, stellen fest, dass ihre Umsetzung schwierig ist. Vor allem erfahrene Führungskräfte, die von der Denkweise und den Geschäftsstrategien früherer Jahre überzeugt sind, tun sich schwer damit, sie zu akzeptieren.

 

Zudem ist es schwierig, unternehmensseitig und mitarbeiterseitig veranlassten Entsendungen genau voneinander zu trennen. Aufgrund der Unterschiede im Hinblick auf die Leistungen, Unterstützungsangebote und Mittel sind die richtigen Erwartungen, klare Zielvorgaben und Kommunikation wichtig für den Erfolg mitarbeiterseitig veranlasster Programme. Sie müssen als das verkauft werden, was sie sind - Möglichkeiten, Talente zu werben, einzustellen und zu binden.

 

4.  Sorgfaltspflicht, Risikomanagement und Wohlergehen des entsandten Mitarbeiters

Eine kürzlich von Crown durchgeführte Untersuchung ergab, dass fast die Hälfte aller Unternehmen (49 %) ihre Sicherheitsprogramme für die internationale Mitarbeiterentsendung vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse geändert haben. Zu den angegebenen Risikomanagementmassnahmen zählen die Bildung von Interessenverbänden, der Einsatz neuer Sicherheitsverfahren und die Einführung von Technologien zur Mitarbeiterverfolgung.  Ein weiteres Beispiel berichtet International SOS: Seit den Terroranschlägen im November 2015 in Paris, hat sich der Anteil nordafrikanischer Kunden, die ihr Programm um Travel Tracking-Komponenten erweitert haben, um 30 % erhöht.

 

Zwar gibt es keinerlei einheitliche Gesetzgebung zur Festlegung der im Rahmen der moralischen und rechtlichen Verpflichtung, die Sicherheit von Geschäftsreisenden und international entsandten Mitarbeitern zu gewährleisten, zu treffenden Massnahmen. Das Bewusstsein dafür, dass die Sorgfaltspflicht in diesem Bereich ernster genommen werden muss, nimmt jedoch zu. Dies gilt nicht nur für Katastrophen, sondern auch für normale Notfälle; Verkehrsunfälle, gesundheitliche Probleme und Bagatelldelikte kommen weit häufiger vor als Terroranschläge, auch wenn der Terror internationale Geschäftsreisende und Entsandte stärker beschäftigt.

 

Während Technologien für die automatische Weitergabe von Sicherheitsinformationen, die Nachverfolgung von Mitarbeitern und die Bereitstellung von Notfallhilfe verfügbar sind und eingesetzt werden, sind Do-it-yourself-Massnahmen stark im Kommen und werden immer beliebter. Werden Pauschalen und Barzuschüsse gewährt wie oben dargestellt, veranlasst dies manche Mitarbeiter, bei Flügen, Unterkünften und Mietwagen nach den günstigsten und nicht immer konventionellen Angeboten zu suchen - was nicht unbedingt die sicherste Option ist und «Wandermitarbeiter» hervorbringen kann, die schwer aufzufinden und zu kontaktieren sind.

 

Einige Anbieter auf dem Online-Markt wie Airbnb und Uber sind an vielen Entsendungsorten rechtlich nicht zulässig oder - wenn überhaupt - nicht einheitlich geregelt.  Bei der Suche im Netz wirken sie jedoch vertraut und erscheinen dem Mitarbeiter als gangbare Lösung. Die App auf dem Mobiltelefon funktioniert aber auch in Ländern, in denen ihre Nutzung illegal ist. Die Risiken und die Haftung müssen deshalb deutlich gemacht werden. Entsprechend ist es notwendig, die bestehende Entsendungspolitik an das neue Verbraucherverhalten anzupassen.

 

Das vollständige White Paper 2018 Global Mobility Trends können Sie hier herunter laden: https://www.crownworldmobility.com/sites/default/files/CWM%20Perspectives%20-%202018%20Global%20Mobility%20Trends%20-%20German_digital.pdf


Crown World Mobility



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