Outdoor-Training - Förderung, Fun, Herausforderung
Dienstag, 27. September 2011 | 18:17

Teamführung als Hochseilakt

Weil bei Outdoor-Übungen meist spielerische Komponenten vorhanden sind, werden sie oft nicht ernst genommen. Zurecht? ... Probieren geht über studieren. Zusammen mit Reto Schweizer, einem Experten für Outdoor-Aktivitäten, tauchten Mitglieder der PE-Gruppe der Basler Gesellschaft für Personalmanagement BGP in die Welt des Outdoor-Trainings ein.


Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder der PE-Gruppe, allesamt Expertinnen und Experten im Bereich der Organisations-, Personal- und Führungskräfteentwicklung, zum fachlichen Austausch. Jeder dieser halbtägigen Workshops ist der aktiven Auseinandersetzung mit einem spezifischen Thema gewidmet. Und weil die Beschäftigung mit Outdoor-Trainings am besten outdoor stattfindet, reisten wir am 25. August 2011 nach Reigoldswil im Kanton Baselland.

 Teamentwicklung

Im Waldseilpark Wasserfallen ist ein kleiner Bereich für Gruppenaktivitäten eingerichtet. Im Fokus unserer ersten Übung stand die Teamentwicklung. Gemeinsam als Team - ohne formelle Führung - mussten wir ein Gruppenmitglied unterstützen, eine Passage in luftiger Höhe zu bewältigen. Die Übungsanlage war so, dass ohne die «Bodentruppe» die Traverse von der einen Plattform zur anderen nicht möglich ist. Da wir die Übung mehrmals machten, konnten wir einerseits von Durchgang zu Durchgang eine merkliche Verbesserung unserer Teamleistung erleben. Andererseits stellten wir fest, dass wir jede Person anders unterstützen mussten.

 Führung

In einer zweiten Gruppenübung stand das Thema Führung im Mittelpunkt. Ein Vierer-Team hatte die Aufgabe, eine Hängebrücke zu vervollständigen und auf dieser von einer Plattform zur anderen zu gelangen. Knackpunkt der Übung war, dass die vier Akteure verbundene Augen hatten - und so weder Weg noch Baumaterial sehen konnten. Eine intensive Führung durch eine fünfte (sehende) Person unabdingbar. Durch ihre Kommunikation mit dem Team leitete sie das Bauprojekt und führte ihr Team sicher über die Hängebrücke.

 Fazit

Bei der anschliessenden Auswertung der Übungen konnten die Akteure durch ihr direktes Erleben und die Beobachter durch ihre Aussensicht wichtige Impulse einbringen.

  1. Viele Verhaltensweisen, die einem Menschen eigen sind, widerspiegeln sich auch in seinem Verhalten während eines Outdoor-Trainings.
  2. Um bestimmte Aspekte wie beispielsweise die Kommunikation im Team oder das Führen und Geführt werden «realistisch» zu inszenieren, braucht es ein geeignetes Übungsdesign. Dieses zu entwickeln, verlangt vom Outdoor-Trainer wie vom internen Auftraggeber entsprechende Fachkompetenzen.
  3. Outdoor-Trainings machen Spass - und sie dürfen das auch. Durch eindrückliche Lernerlebnisse lässt sich ein nachhaltiger Lerneffekt erreichen.
  4. Übungen sind nur so gut, wie es durch sie gelingt, Handlungsmuster im Berufsalltag erkenn-, erfahr- und bearbeitbar zu machen - und den Transfer in die Praxis anzustossen.
  5. Entwicklung ist ein Prozess. Ohne entsprechende Einbettung in ein Gesamtkonzept bleibt ein Outdoor-Traininig ein Incentive, welches nicht über das reine Spass- oder Geselligkeitsziel hinausgeht.

 


Olivier Inhelder, Geschäftsführer der Beratungspool AG



Leserkommentare






Ihre Kommentare werden regelmässig geprüft. Beleidigende, rassistische, nicht in Schriftsprache verfasste oder nicht sachbezogene Beiträge werden gelöscht.

No comments

Persorama ePaper-Archiv

Mit dem Persorama ePapier-Archiv holen Sie sich die Persorama Ausgaben digital auf den Bildschirm zum blättern, suchen, abspeichern.

Infoletter

Melden Sie sich bei unserem Infoletter an


Anmelden
Abmelden