Montag, 6. Februar 2017 | 09:52

Kranke Arbeitnehmer gefährden Wirtschaftlichkeit der Unternehmen

In der Schweiz ist gemäss eines OECD-Berichts von 2014 jeder Arbeitnehmer im Durchschnitt acht bis neun Tage pro Jahr nicht arbeitsfähig – Tendenz steigend.

Von links nach rechts: Matthias Mölleney, Christoph Vollenweider, Manuel Niedermann, Willi Wengi und Chris Holzach.
Von links nach rechts: Matthias Mölleney, Christoph Vollenweider, Manuel Niedermann, Willi Wengi und Chris Holzach.

Zudem gehen infolge psychischer Probleme der Volkswirtschaft des Landes 19 Milliarden Franken (das sind über drei Prozent des BIP) verloren. Dieser Kostenfaktor wird von vielen Unternehmen noch weitgehend unterschätzt. Diese Realität stand im Zentrum einer Veranstaltung im Lilienberg Unternehmerforum, die zusammen mit Synaps Care AG am 25. Januar 2017 durchgeführt und von Christoph Vollenweider, Leiter Unternehmertum Stiftung Lilienberg moderiert wurde. Namhafte Experten widmeten sich diesem Thema in Referaten und in der anschliessenden Podiumsdiskussion.

 

Matthias Mölleney,Präsident der ZGP und Managing Partner peopleXpert,stellte den Anspruch der heutigen Mitarbeitenden an die Führung prägnant dar. Sein Fazit: Aus einer modernen, wertschätzenden Führung entstehe eine gestärkte Kooperation und hohe Identifikation und damit entsteht ein Klima der Achtsamkeit. Dieses wiederum sei eine zentrale Voraussetzung für ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement in digitalen Strukturen..

 

Manuel Niedermann, Leiter SWICA Care Management Unternehmen, berichtete über das Dilemma der Chefs im Umgang mit psychisch auffälligen Mitarbeitenden. Sein Referat drehte sich um ein Pilotprojekt, das mit der Psychiatrie Baselland zu diesem Problemfeld gestartet wurde.

 

Chris Holzach,Gründer und CEO Synaps Care AG, zeigte auf eindrückliche Art auf, welch negative Wirkung steigende Absenzkosten auf den Unternehmenserfolg haben und wie man diesem Trend begegnen muss.

 

In der anschliessenden Podiumsdiskussion, an der auchWilli Wengi,Personalchef der Walter Reist Holding, teilnahm, wiesMatthias Mölleneydarauf hin, dass sich die Gesellschaft mitten in einer Zeitenwende befinde, die Fragen aufwerfe - wie z.B. jene, wohin uns die künstliche Intelligenz führen wird. Moderne Führungssysteme brauchen in dieser digitalen Welt zwingend gegenseitiges Vertrauen und Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Job, dem Team, der Firma.

 

Willi Wengi informierte, dass die Firmen der Walter Reist Holding im Vergleich tiefere Absenzen aufweisen. Er beobachet aber bei den Absenzen aus psychischen Gründen eine steigende Tendenz. Die tiefen Absenzzahlen führt er auf die grosse Mitarbeiterorientierung in der Unternehmung zurück, die auf allen Stufen und auch über die Stufen hinweg gelebt wird. Entscheidend findet er die frühzeitige Erkennung und Prävention. Hinschauen sei ganz wichtig; dazu müssen die Linienvorgesetzten sensibilisiert, befähigt und durch das HR unterstützt werden. Wichtig seien Ansprechpersonen in der Firma (neben der Linie, z.B. im HR), an die sich die Mitarbeitenden bei Bedarf wenden könnten.


Unternehmertum Stiftung Lilienberg



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