Montag, 2. Oktober 2017 | 13:34

Grass-Zukunftsforum 2017 – Karrieremanagement im Jahr 2027

Berufstitel und Organigramme sind out.

Dr. Joel Luc Cachelin, Zukunftsforscher und CEO der Wissensfabrik und Keynote-Redner am Grass-Zukunftsforum in Zürich.
Dr. Joel Luc Cachelin, Zukunftsforscher und CEO der Wissensfabrik und Keynote-Redner am Grass-Zukunftsforum in Zürich.

Eine geballte Ladung an Management- und HR-Kompetenz traf sich kürzlich auf Einladung von Grass und Partner zum GrassZukunftsforum 2017 über den Dächern von Zürich. Wie die Digitalisierung Karrieremodelle, Jobbilder und Skills in den nächsten zehn Jahren radikal verändern wird und wie man sich darauf vorbereiten kann, waren die zentralen Fragen am gut besuchten Zukunftsanlass.

 

Die Gastgeber André Schläppi, CEO der Grass-Gruppe und Romeo Ruh, Senior Berater und Partner beim auf Karrieremanagement und Outplacement spezialisierten Beratungsunternehmen, begrüssten ihre Referenten und Gäste im 13. Stock des TalackerFifty in Zürich. Über 70 am Thema interessierte Gäste aus Geschäftsleitungen und HR-Funktionen holten sich Inspiration und neue Erkenntnisse zum Forum-Thema «Karrieremanagement im Jahr 2017».

 

Romeo Ruh sagte: «Berufsbilder mit Routinetätigkeiten werden zunehmend digitalisiert. Die digitale Kompetenz steigt an, auch in Berufen, in denen diese weniger vermutet werden wie z.B. in Pflegeberufen oder Anwaltkanzleien.» Diese Aussage deckte sich mit den Thesen von Dr. Joel Luc Cachelin, Keynote-Sprecher am Anlass und CEO der Wissensfabrik. Der Zukunftsforscher Cachelin begleitet und inspiriert Unternehmen in der digitalen Transformation und meinte etwas provokanter: «In Zukunft erfordern Arbeitsplätze eine sehr hohe oder niedrige Qualifikation. Dazwischen bleibt nicht viel übrig.» Und: «Es werden jene Fähigkeiten wichtiger, die uns zum Umgang mit Maschinen befähigen und gleichzeitig auch von ihnen unterscheiden.» Im Berufsalltag gefragt sein werden Daten- und Medienkompetenz. Handwerker und kreative und soziale Köpfe finden hingegen auch künftig immer einen Job.

 

Karrieremodelle werden vielschichtiger. Es steht nicht mehr nur die klassische Feststelle im Vordergrund stattdessen wird heute mehr in Kombinationen gesucht; sogenannte Jobportfolios. Die Komplexität und Informationsdichte bezüglich Jobmärkten ist sehr hoch. Deshalb dürfte der Bedarf für Coaching in den Bereichen (Selbst-)Führung, Selbstvermarktung, Karriereplanung und Employability weiter zunehmen. Bei der jüngeren Generation ist die klassische Karriere weniger gefragt. Macht und Prestige haben an Glanz verloren. Anklang finden vielmehr spannende Projekte, eine sinnerfüllte Arbeit mit Gleichgesinnten und ein grosser Freiheitsgrad. Das Selbstverständnis für Unternehmertum und der Drang in die Selbstständigkeit werden weiter wachsen.

 

Karrieremanagement aus der Praxis

Auf das Impulsreferat von Dr. Cachelin folgten zwei Beispiele aus der Praxis. Dr. Ambros Scope, Head of Future Workforce Engineering beim Versicherer AXA zeigte auf, wie sie in seinem Unternehmen strategisches Karrieremanagement betreiben. Eine der Kernaktionen dabei war die Lancierung des sogenannten Zukunftsworkshops, welcher in Zusammenarbeit mit Grass und Partner in der Schweiz innerhalb eines halben Jahres mehr als 250 Mitarbeitende zur aktiven Mitgestaltung ihrer persönlichen Weiterentwicklung im Sinn der Unternehmensstrategie anregen konnte. Das zweite Praxisbeispiel stammte von Gerhard Andrey, Gründungspartner und digitaler Unternehmer beim Software-Haus Liip. Das Unternehmen lebt seit Jahren nach dem Modell von Holacracy. Die Selbstorganisation ist bei Liip der Schlüssel zum Erfolg. Für die Mitarbeitenden gibt es keine klassischen Führungskarrieren und Berufstitel mehr. Alle verfolgen verschiedene und sich abwechselnde Rollen im Unternehmen, auch basierend auf ihren Talenten und Leidenschaften. Mitarbeitende werden also nicht mehr in «Kästchen» in ein Organigramm abgefüllt.

 

Im Sinne eines Wrap-up diskutierten am Ende des offiziellen Teils des Grass-Zukunftsforums unter der Leitung von Romeo Ruh alle Referenten und ergänzend dazu Nathalie Bourquenoud, Leiterin Human Development und GL-Mitglied bei der Mobiliar und Irena Kaeser, Geschäftsstellenleiterin Grass und Partner Zürich, die Karrieremodelle und Berufsbilder der Zukunft.


Grass & Partner AG



Leserkommentare






Ihre Kommentare werden regelmässig geprüft. Beleidigende, rassistische, nicht in Schriftsprache verfasste oder nicht sachbezogene Beiträge werden gelöscht.

No comments

Persorama ePaper-Archiv

Mit dem Persorama ePapier-Archiv holen Sie sich die Persorama Ausgaben digital auf den Bildschirm zum blättern, suchen, abspeichern.

Infoletter

Melden Sie sich bei unserem Infoletter an


Changetagung 2018