Dienstag, 30. Januar 2018 | 17:05

Gap Year Programme für die Generation Y anstelle von Auslandsentsendungen

Um junge Talente anzuziehen, werden Auslandsentsendungen zunehmend als «Abenteuerreisen» angeboten, und damit steigt auch die Zahl der Gap Year Manager.

Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge sind Millennials sehr offen für Umzüge ins Ausland.
Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge sind Millennials sehr offen für Umzüge ins Ausland.

Global Mobility Experten sehen jetzt, wo Unternehmen aus ihren Auslandsentsendungen Rucksacktrips machen, den Beginn der Ära des «Backpack Managers». Sechs Monate oder ein Jahr im Ausland zu verbringen, das war bisher Geschäftsführern in den besten Jahren vorbehalten, die häufig lukrative Anreizpakete erhielten, damit sie die Entfernung von der Heimat auf sich nahmen. Heute jedoch, in einer vernetzteren Welt, in der junge Menschen das Reisen gewohnter sind, ändern sich die Dinge. Crown World Mobility hat sich mit dem Phänomen der Gap Year Manager näher beschäftigt:

 

Traditionelle Auslandsentsendungen werden von den Unternehmen mittlerweile eher als Gap Years verkauft, um junge Talente zu gewinnen und Kosten zu sparen: Es liegt eine echte Veränderung in der Luft. Alles deutet darauf hin, dass junge Mitarbeiter Reisen ins Ausland nicht als Fluch, sondern als Segen empfinden und internationale Einsätze immer gefragter sind.

 

Infolge dieser Entwicklung werden kostengünstigere Alternativen zur traditionellen Entsendung mehr und mehr zur Regel. Mit Bezeichnungen der Einsätze als «Abenteuer-» oder «Rucksackreisen» wissen die Entsandten genau, worauf sie sich einlassen. Einige Unternehmen schnüren bereits ausgefeilte Anreizpakete, um den Umzug für junge Entsandte attraktiver zu gestalten.

 

Eine Methode, jüngeren Mitarbeitern auch bei kostengünstigen Einsätzen Wertschätzung zu vermitteln, ist die Bereitstellung von Extras, die preiswert für das Unternehmen sind, aber als echter Bonus empfunden werden. Dabei kann es sich um so einfache Dinge wie Sprachunterricht, kulturelles Training, einen Gratisflug für einen Freund oder auch nur eine organisierte Reise zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten handeln. Durch diese Extras fühlt sich der Mitarbeiter geschätzt, aber, und das ist wichtig, sie sind für das Unternehmen nicht zu teuer.

 

Für jüngere Entsandte sind Spass und Aufregung wichtig, nicht unbedingt der Luxus, den ihre Vorgänger für selbstverständlich hielten. Tatsächlich könnte die Herausforderung für Unternehmen statt junge Talente ins Ausland zu locken zukünftig darin bestehen, dafür zu sorgen, dass sie nicht zu viel an sich selbst denken. Die Arbeitgeber stellen fest, dass viele junge Mitarbeiter ihren Einsatz in grossen Teilen auch gerne selbst organisieren. Sie sind es gewohnt, ins Ausland zu reisen, und verwenden kostengünstige Mittel wie Airbnb.

 

Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge sind Millennials sehr offen für Umzüge ins Ausland. Tatsächlich geht man davon aus, dass mehr als 80 % bereit sind umzuziehen, solange sie der Auffassung sind, dass die Position dies rechtfertigt. Eine gesonderte Studie ergab, dass 71 % einen Auslandseinsatz während ihrer Laufbahn wünschen und erwarten.

 

Diesen als Rucksackabenteuer anzubieten, kann für alle Beteiligten ein Vorteil sein. Dennoch besteht weiterhin die Sorgfaltspflicht des Arbeitgebers, seine Mitarbeiter während der Entsendung zu schützen und für sie zu sorgen. Junge Entsandte erkennen unter Umständen nicht, wie wichtig kulturelles Training für die berufliche und soziale Eingewöhnung in einer neuen Umgebung ist, und vielleicht auch nicht alle Herausforderungen, die auf sie zukommen. Im Ausland zu arbeiten ist etwas völlig anderes als dort Urlaub zu machen und sie werden noch immer viel Unterstützung brauchen.


Crown World Mobility



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