Freitag, 16. Juni 2017 | 13:50

Altersvorsorge 2020: Verordnung geht in die Vernehmlassung

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16. Juni 2017 die Verordnung über die Reform der Altersvorsorge 2020 in die Vernehmlassung geschickt.

Auf 2018 sollen insbesondere die schrittweise Anhebung des Referenzalters der Frauen auf 65 Jahre sowie die Flexibilisierung des Rentenbezuges in der AHV und in der beruflichen Vorsorge in Kraft treten. (Foto: Pixabay)
Auf 2018 sollen insbesondere die schrittweise Anhebung des Referenzalters der Frauen auf 65 Jahre sowie die Flexibilisierung des Rentenbezuges in der AHV und in der beruflichen Vorsorge in Kraft treten. (Foto: Pixabay)

Mit der Verordnung wird die Reform umgesetzt, falls diese in der Volksabstimmung vom 24. September 2017 angenommen wird. Die Vernehmlassung muss bereits vor der Abstimmung eröffnet werden, damit die rechtzeitige Umsetzung sichergestellt werden kann. Sie dauert bis zum 6. Oktober 2017.

 

Die Reform besteht aus dem «Gesetz über die Reform der Altersvorsorge 2020» und dem «Bundesbeschluss über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer». Falls sie in der Volksabstimmung angenommen werden, treten beide am 1.1.2018 in Kraft. Ausgenommen sind bestimmte Massnahmen des Bundesgesetzes, die erst 2019 oder 2021 in Kraft treten. Die «Verordnung über die Reform der Altersvorsorge 2020» umfasst die Regelungen, die für die Umsetzung zu den verschiedenen Zeitpunkten notwendig sind.

 

Reformmassnahmen, die auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten soll

Auf 2018 sollen insbesondere die schrittweise Anhebung des Referenzalters der Frauen auf 65 Jahre sowie die Flexibilisierung des Rentenbezuges in der AHV und in der beruflichen Vorsorge in Kraft treten. Die Verordnungsänderungen in der 1. Säule betreffen daher vor allem die Rentenberechnung, das flexible Rentenalter, die Beitragsberechnung sowie die Aufhebung des Rentnerfreibetrags. In der 2. Säule geht es um die Ausführungsbestimmungen insbesondere zum Aufschub der Altersleistung und zur freiwilligen Versicherung.

 

Reformmassnahmen, die auf den 1. Januar 2019 in Kraft treten soll

Mit der Reform soll der Mindestumwandlungssatz in der beruflichen Vorsorge von heute 6,8 Prozent schrittweise auf 6 Prozent gesenkt werden. Da es sich um ein komplexes Vorhaben handelt, hat das Parlament den Beginn dieses Prozesses auf 2019 festgelegt. Um das Leistungsniveau trotz der Senkung zu erhalten, wurden Ausgleichsmassnahmen beschlossen, insbesondere eine Verstärkung des Vorsorgesparens. Diese Massnahmen und mit ihnen die Verordnungsänderungen rund um den Mindestumwandlungssatz treten ebenfalls erst 2019 in Kraft.

 

In der AHV sind für die Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes und die Erhöhung des Referenzalters der Frauen Ausgleichsmassnahmen vorgesehen: Die Altersrenten von Neurentnerinnen und -rentnern werden um monatlich 70 Franken erhöht, die Rentensumme von Ehepaaren wird neu auf 155 Prozent der Maximalrente plafoniert (statt wie heute 150 Prozent). Diese Massnahmen und die dazugehörigen Verordnungsbestimmungen werden ebenfalls per 1.1.2019 umgesetzt. Wer am 1. Januar 2018 oder danach das Referenzalter erreicht, erhält ab dem 1. Januar 2019 den AHV-Zuschlag. Wenn der jüngere der beiden Ehepartner am 1. Januar 2018 oder danach das Referenzalter erreicht, wird ab 1. Januar 2019 der neue Rentenplafond von 155 Prozent angewendet.

 

Reformmassnahmen, die auf den 1. Januar 2021 in Kraft treten soll

Um die Ausgleichsmassnahmen in der AHV zu finanzieren ist vorgesehen, die AHV-Lohnbeiträge um 0,3 Punkte (Arbeitgeber und Arbeitnehmende je 0,15 Punkte) anzuheben. Dies geschieht erst dann, wenn das Referenzalter von Frauen und Männern bei 65 Jahren vereinheitlich ist, also auf den 1. Januar 2021. Die entsprechenden Verordnungsregelungen treten auf dieses Datum in Kraft.

 

Die Referendumsfrist für das «Bundesgesetz über die Reform der Altersvorsorge 2020» läuft bis zum 6. Juli. Am 24. September 2017 wird obligatorisch abgestimmt über den «Bundesbeschluss über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer» sowie, falls das Referendum zustande kommt, über das Bundesgesetz. Die Vernehmlassung muss bereits jetzt eröffnet werden, damit eine allfällige Umsetzung der Reform der Altersvorsorge ab 1. Januar 2018 sichergestellt werden kann.


Eidgenössisches Departement des Innern



Leserkommentare






Ihre Kommentare werden regelmässig geprüft. Beleidigende, rassistische, nicht in Schriftsprache verfasste oder nicht sachbezogene Beiträge werden gelöscht.

No comments

Persorama ePaper-Archiv

Mit dem Persorama ePapier-Archiv holen Sie sich die Persorama Ausgaben digital auf den Bildschirm zum blättern, suchen, abspeichern.

Infoletter

Melden Sie sich bei unserem Infoletter an


Changetagung 2018